Vom Saulus zum Paulus – Habt ihr diese Redewendung schon einmal gehört? Sie wird heute meistens dazu verwendet, zu beschreiben, dass jemand eine plötzliche Kehrtwende von einem bösen zu einem guten Lebensweg gemacht hat. Die Geschichte, auf die diese Redensart zurückgeht, haben wir gerade gehört. Damals war das Christentum gerade erst entstanden. Innerhalb der damaligen jüdischen Religion galt das Christentum noch als Sekte. Also als eine Gruppe, die merkwürdigen Überzeugungen nachging. Und manche machten es sich zur Aufgabe, die Anhänger dieser „Sekte“ zu verfolgen. Darunter war auch der junge Mann Saulus, der ganz besonders eifrig die Christen verfolgte, weil er ihre Überzeugungen nicht teilte. Wie seltsam kam es ihm und den anderen Verfolgern vor, dass eine immer größer werdende Gruppe von Menschen diesem Mann nachgeeifert hatte. Einem einfachen Zimmermann, einem Typ, der mit Kittel und Sandalen durch die Lande gestreift war und davon erzählte, wie Gott sich diese Welt und den Umgang der Menschen miteinander vorstellt. Ein Zimmermann! Kein Schriftgelehrter. Ein Typ, der auf alle Leute zuging, mit jedem sprach, selbst mit denen, die so viel Schuld auf sich geladen hatten, dass ansonsten niemand mehr mit ihnen sprach. Und diesem Mann liefen die Menschen in Scharen hinterher! Hingen ihm an den Lippen und glaubten ihm alles, was er über Gott zu erzählen hatte. Und nun glaubten sie sogar, dass er nach seinem Tod weiter leben würde. Unfassbar! Das musste man sich mal vorstellen!

Unfassbar. Ja. Wenn man das so hört, beginnt man sich gedanklich selbst am Kopf zu kratzen. Christen scheinen wirklich ein seltsames Volk zu sein, zumindest, wenn man es so versteht wie Saulus. Er hat das, worum es den Christinnen und Christen geht, nämlich erst gar nicht verstanden. Und wenn wir uns heute als Christinnen und Christen outen, dann denken viele Menschen nicht großartig anders von uns als Saulus damals. Von außen betrachtet sind Christen tatsächlich ein spezielles Volk. Menschen, die sich mehr oder weniger regelmäßig treffen, um sich Geschichten von einem Mann anzuhören. Einem Mann, der sein ganzes Leben danach ausgerichtet hat, dass diese Welt und jeder Mensch, der in dieser Welt lebt, von einem Gott kommt, der alles, was er geschaffen hat, liebt: jeden Baum, jeden Strauch, jedes Tier, jede Frau und jeden Mann, egal wie ihr Leben aussieht.
Saulus konnte damit nicht viel anfangen. Von außen betrachtet, wirkte diese Botschaft absurd, und erst recht, dass sie von einem einfachen Zimmermann kam.
Erst als er das Ganze von innen betrachtet, ändert sich seine Haltung: Als er, selbst gestrauchelt und erblindet, im Namen dieses Jesus, dessen Anhänger er verfolgt hatte, geheilt wird. Gerade er, der diese Anhänger verfolgt hatte, wurde von einem dieser Anhänger geheilt. Am eigenen Leib hatte Saulus erfahren, was die Botschaft dieses Zimmermanns bedeuten konnte. Was es bedeutet, daran zu glauben, dass Gott diese Welt und alle Menschen bedingungslos liebt und was es heißt, an dieser Überzeugung sein eigenes Leben auszurichten. Saulus hatte durch den Jesus-Anhänger die Liebe Gottes am eigenen Leib erfahren. Saulus wurde zu Paulus! Von nun an drehte er seine Aufgabe um. Anstatt Christen zu verfolgen, begann er nun damit, anderen von der Botschaft des einfachen Zimmermanns zu erzählen, damit diese wie er selbst erfahren konnten, was es bedeutet, daran zu glauben, dass Gott diese Welt bedingungslos liebt.

1 Kommentar

  1. Linda

    Die Umkehr des Menschen vom Saulus zum Paulus…hier fiel mir spontan der Satz ein: „Das Leben ist darauf ausgerichtet, uns letztendlich zu Gott hinzuführen und oft müssen Menschen halt erst in den Krieg ziehen, um zu erkennen, dass sie den Krieg gar nicht befürworten.“

    Ich denke, rein aus meiner persönlichen Erfahrung, dass der Mensch im Leben erst einmal durch all das wandern muss, was ich die Polarität des gegensätzlichen nenne. Wir sind immer auf derSuche nach dem! Sinn unseres Lebens, auf der Suche nach dem ultimativen Glücksgefühl und werden nach vielen kräftezehrenden Verirrungen, Enttäuschungen irgendwann zu dem Schluss kommen: Der tiefe Sinn unseres Hierseins ist nur in Verbindung mit Gott zu finden. Erst die gefühlte Sinnlosigkeit des Lebens offenbart uns den wahren Sinn!

    Nie und nimmer werden wir glücklich, wenn wir uns nach dem ausstrecken, was unser Ego für erstrebenswert hält. Wie hat Gott gesagt: Trachtet nicht nach den vergänglichen Dingen, sondern sammelt Schätze für den Himmel, die von unvergänglichem Wert sind.gebt die Herrlichkeit Gottes nicht für eine Speise auf, die eh verdirbt.

    Mitnehmen können wir nichts und so sind wir besser beraten, uns auf das zu konzentrieren, was vor uns liegt.

    Das Leben ist viel zu kurz, um uns mit den nebensächlichen Dingen zu beschäftigen. Auf uns alle wartet schließlich die ewige Gemeinschaft mit Gott …….

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