Langsam geht die Sonne unter hinter den Bergen von Wagrain. Es ist still. Die Augen von 180 jungen Menschen verfolgen das Geschehen. Müde sind sie. Die Beine schwer von der Wanderung auf den Hochkönig am Tage. Manch eine ist sogar den langen Weg bis zum Schneebrett gelaufen. Andere haben einfach die Aussicht auf dem kürzeren Weg genossen. Wie schon bei der gemeinsamen Pause auf dem Almhügel, auf dem sich die Jugendlichen verteilten, um den Blick herauf auf die angrenzenden Berge und hinunter in das grüne, sonnendurchflutete Tal zu werfen. Dabei kauten sie ihre selbst belegten Brötchen und tauschten sich mit anderen über Gott und die Welt aus. An der Schönheit der Alpen bei Wagrain kann man besonders gut spüren, dass es unsere Welt nicht grundlos geben kann! Sie ist ein gut gemeintes Geschenk; mit all ihren Naturgesetzen, ihrem Drang zu leben. Hier in den Bergen ist man Gott ganz nah. Auch das ist ein Grund, warum das KFS, das Konfirmanden-Ferien-Seminar von Neustadt auch in diesem Jahr wieder in die Salzburger Alpen gestartet ist. Rund 180 Jugendliche erleben hier gemeinsam, was es heißt, mit dem christlichen Glauben zu leben. Mit Wanderungen, thematischen Einheiten in kleineren Gruppen, mit Feiern und Spielen und mit gemeinsamen Singen und Beten in den Abendandachten mal in der Gruppe aus Konfis, Teamern und Hauptamtlichen der eigenen Gemeinde, mal mit allen zusammen, in der Sporthalle oder auf dem außen liegenden Funcourt. Sie haben erfahren, was Beten bedeutet und wie und für was man beten kann. Sie haben sich an schöne und traurige Ereignisse in ihrem Leben erinnert und daran, dass Gott – wie in ihrer Taufe versprochen – in allen Lebenslagen zu ihnen hält. Sie haben die Taufe ihrer Mitkonfis vorbereitet und mit ihnen gefeiert. Sie haben gemeinsam Abendmahl gefeiert und erfahren, dass wir alle immer mal wieder Vergebung brauchen und die Annahme, die wir im Abendmahl erleben können. Und sie haben erfahren, dass es neben der Frage, wie unsere Welt entstanden ist, auch die Frage nach dem Grund für unsere Welt gibt, die man nur mit dem Glauben beantworten kann. Nämlich damit, dass Gott diese Welt gewollt hat. All das haben die Jugendlichen auf dem KFS erfahren, bedacht und in den Abendandachten nachgespürt und gefeiert.
So wie an dem Abend nach der Wanderung auf den Hochkönig, draußen bei der Andacht auf dem Funcourt. Aufmerksam beobachten die müden Augen der Jugendlichen das Geschehen, während es immer dunkler wird. Die ersten Sterne und der Mond kommen zum Vorschein. Nur ihr Licht und das der zahlreichen Kerzen, die vorne aufgestellt sind, erleuchten den Platz. Es ist still. Nur Grillen sind zu hören. Die kühle Luft streicht durch die umliegenden Wiesen und trägt den Bergduft in unsere Nasen. Dann setzt Klaviermusik ein. Als die Töne verklungen sind, beten wir! Unsere Stimmen verbinden sich miteinander, mit dem Windhauch und dem Grillenzirpen. Wir singen. Anschließend bringen Worte das am Tag erlebte vor Augen: Die Wanderung, die Gemeinschaft, die Natur. Und sie nennen den Grund für all das: Gott. Der all das ermöglicht: Die gemeinsamen Erlebnisse auf dem KFS mit Freunden und Nicht-mehr-Fremden. Mit der Natur, gemeinsamem Essen, Sport und Feiern. Das alles zu erleben macht dankbar. Und in dieser Stimmung singen und beten wir weiter. Am Ende lauschen die Jugendlichen der ausklingenden Musik, liegen nebeneinander auf dem von der Tagessonne aufgewärmten Boden. Sie haben neue Erfahrungen gemacht, Höhenmeter überwunden, die Natur genossen und Glauben gelebt.

 

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