Haben Sie es schon gehört? Es zwitschert schon aus so manchem Strauch und Baum.
Besonders dann, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen das ansonsten immer noch dominante Grau durchbrechen. Dann kann man sie wieder hören: die Vögel mit ihrem Frühlingsgezwitscher. Erste Zeichen, dass der Frühling anfängt. Genau wie die Schneeglöckchen und Krokusse: am Leineufer strecken immer mehr von ihnen die Köpfe aus dem Boden. Und doch ist es noch nicht wirklich Frühling. Wohl erst, wenn der April erreicht ist, wird die Natur um uns herum wieder überall im frischen Grün erstrahlen. Dann können wir endlich das erste Mal auch für längere Zeit draußen sitzen auf dem Balkon oder im Park und die Sonne genießen. Jetzt ist erst einmal März. In vielerlei Hinsicht ein Monat der Vorbereitung: Jetzt wird der noch nötige Baumschnitt gemacht. Manch einer trainiert die Pfunde vom Winter wieder ab. Die Fahrräder werden herausgeholt. Die Terrasse wird auf Vordermann gebracht und auch die Landwirte haben nun wieder reichlich zu tun. Letzteres ist sogar in einem altbekannten Volkslied festgehalten: »Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand…«.
Und im März ist immer auch Fastenzeit – sozusagen die christliche Art der Vorbereitung. Die Vorbereitung auf Ostern. Sie geht darauf zurück, dass Jesus von Nazareth sich für vierzig Tage in die Wüste zurückzog, um sich auf seine Aufgabe vorzubereiten, den Menschen Gott nahezubringen. Wir können uns heute in der Fastenzeit darauf vorbereiten, dass wir diesen Gott auch in unserem eigenen Leben finden können.
Ich glaube, wir brauchen diese Vorbereitungszeit, in der wir nur darauf schauen, was eigentlich wirklich zu unserem Leben gehören soll. Sozusagen ein Frühjahrsputz für das eigene Leben: Was ist mir wichtig? Was nicht? Was möchte ich gerne lassen? Was für Ziele will ich verfolgen? Jetzt ist Zeit, den alten Staub abzuklopfen, der noch an uns hängt, an dem wir aber nicht hängen. Jetzt ist Zeit das loszulassen, was ich eigentlich nur mitschleppe und mich belastet.
Wenn wir uns diese Zeit für unser Leben nehmen, dann klappt es vielleicht auch leichter, Gott darin zu finden. Vielleicht erleben wir Ostern dieses Jahr dann noch mal auf eine neue Weise.
Ich finde es schön, dass es diese Vorbereitungszeiten gibt; eine extra Zeit, um herauszufinden, was wirklich zu meinem Leben gehört. Es muss ja nicht gleich alles umgesetzt werden. Es tut auch schon gut, eine Angewohnheit einzudämmen, oder einen ersten Schritt zu tun. Die nächste Fastenzeit kommt bestimmt!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit bis Ostern!

 

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