Jesus ist gestorben. Einen furchtbaren und unwürdigen Tod. Einen Tod am Kreuz. Eine Hinrichtung für Schwerverbrecher.
Aber Jesus war kein Schwerverbrecher. Er stand nur für seine Leidenschaft für Gott ein.
Eine Leidenschaft, mit der er sein ganzes Leben bestritten hat. Schon im Teenageralter hat er den alten Schriften gelauscht, die von den menschlichen Erfahrungen mit Gott berichten. Schon damals sieht er, wie um ihn herum die Menschen ihre Verbindung zu Gott schleifen lassen; vor lauter Ich-Bezogenheit, für Machtinteressen, aus Liebe zum Geld oder zu anderen Dingen oder für einen liebgewonnenen Lebensstil. Darum widmet er sein Leben dem Ziel, den Menschen um ihn herum zu zeigen, was sie an der Verbindung mit Gott haben und wie diese aussehen muss! Denn entgegen den religiösen Lehrern der damaligen Zeit, behauptet er, dass ein an Gottes orientiertes Leben gerade nicht Entsagung und Rückzug bedeuten muss. Ein Leben in Bezug auf Gott bedeutet, dankbar die schönen Seiten des Lebens zu genießen, wenn jemand anderes dadurch keinen Nachteil hat. Ein durch Gott bestimmtes Leben bedeutet, mit ganzer Liebe für den oder die andere da zu sein. Und ihr oder ihm dadurch zu zeigen, wie Gott ist und wie er sich diese Welt gedacht hat: Eine Welt, in der alle liebevoll miteinander umgehen. ‚So ist Gott‘, hört man Jesus regelrecht sagen. Und das hat er den Menschen um ihn herum gezeigt: Er hat sie geheilt, wenn sie an Lähmungen, Lepra oder anderen Erkrankungen litten. Er hat sie versorgt, wenn sie an Hunger litten. Er hat versucht ihnen zu zeigen, dass man sich in jeder Lebenslage an Gott ausrichten kann und wie hilfreich das sein kann. Und dabei hat er nicht einmal vor dem Sterben halt gemacht. Sein Leben galt der Leidenschaft für Gott. Viele Menschen hat er damit erreicht, ihnen einen neuen Zugang zu Gott geliefert. Sie sind im im wahrsten Sinne nachgefolgt, um an seinem Leben weiter teilzuhaben. Und mehr darüber in Erfahrung zu bringen, wie man ein Leben in Verbindung mit Gott führen kann. Ein Leben in Vertrauen auf Gott; im vollkommenen Vertrauen auf Gott. Egal was passiert!
Das ist beeindruckend. Das ist Jesus. Jesus lebt in der Liebe zu Gott, aus Dankbarkeit für alles, was er als Mensch in dieser Welt erlebt und darum in der Liebe zu den Menschen um ihn herum. Und er will die Menschen anstecken mit diesem Leben in Gottvertrauen. Da macht er auch nicht halt vor den bisherigen religiösen Konzepten, die die Verbindung zu Gott über ganz bestimmte Regeln herstellen wollten. Jesus bricht diese Regeln, wenn sie der Liebe zur Welt und zu anderen Menschen entgegen stehen. Denn nur darin wird Gott erkennbar. Damit gefährdet er Machtinteressen und andere Leidenschaften. Er bringt Menschen dazu ihm nachzufolgen und andere gegen sich auf. Jesus spaltet die Massen.
Das führt dazu, dass er verraten wird. Das führt zu seiner Verurteilung, zu seiner Verspottung, zur Folterung und zu einer grausamen Hinrichtung. Auch das nimmt er in Kauf. Er lebt für seine Leidenschaft, seine Beziehung zu Gott! Und die gibt er auch im Sterben nicht auf. Am Gründonnerstag schwört er seine Jünger und Jüngerinnen darauf ein, ihre Verbindung zu Gott auch nach seinem Tod nicht zu vergessen. Sondern sich an das zu erinnern, was er ihnen gesagt hat. Im Garten Gethsemane kämpft er mit seiner Angst, wünscht sich, dass dieser bittere Kelch an ihm vorüber geht, und verlässt sich doch am Ende auf Gott. Die bitterste Situation, in der man „Dein Wille geschehe“ beten kann. Er nimmt sein Urteil an. Versucht nicht zu fliehen. Und stirbt.
Voll Vertrauen in Gott, der ihm wie ein Vater ist. Jesus hat ein so beeindruckendes Vertrauen in Gott, wie es Kinder in ihre Eltern haben. Deswegen nennt noch ein römischer Hauptmann, der die Hinrichtung Jesu bewacht, ihn Gottes Sohn. Wer so ohne Kompromisse auf Gott vertraut, der ist Gott in Menschengestalt. Am Kreuz wird Jesu Vertrauen auf Gott sichtbar. Und damit wird Gott sichtbar als ein liebender Gott, auf den man sich verlassen, den man vertrauen kann! Jesus hat mit seinem ganzen Leben und besonders mit seinem Sterben gezeigt, dass man Gott vertrauen kann. Er vertraut fest darauf, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern dass Gott noch etwas mit uns vorhat. Er hat diese Welt und uns ja sinnvoll geplant, also wird mit dem Tod nicht alles aus sein.

An Ostern hat Gott das bestätigt. Jesus wurde auferweckt. Sein Vertrauen auf Gott im Leben und im Sterben wurde nicht enttäuscht.

 

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