Vor 500 Jahren ging ein Ruck durch die damals majestätisch auftretende Kirche. Grund dafür waren nicht zuletzt die Thesen des Wittenberger Professors Martin Luther, die darauf aufmerksam machten, dass die Kirche den Kern ihrer Aufgabe nicht mehr erfülle:
Ihre Aufgabe wäre es gewesen, den Menschen nahe zu bringen, dass Gott für sie da ist, auch wenn ihr Leben nicht vollkommen ist. Stattdessen drohe sie den Menschen mit einem strafenden Gott, den es durch irgendeine Leistung zu besänftigen gelte. Mit Gott verbunden zu sein, fühle sich auf diese Weise wie eine Bedrohung an, so Luther. Dabei sollen die Menschen doch durch die Verbindung mit Gott von ihren Ängsten befreit werden. Wer weiß, dass Gott zu ihm steht, egal was passiert, der kann sein Leben frei und ohne Druck gestalten. Mit Gott verbunden zu sein, bedeutet sein Leben also befreit leben zu können, sich selbst und andere mit einem liebevollen Blick zu sehen. Die Thesen Luthers, die vor genau 500 Jahren an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg gehängt wurden, waren der Auftakt einer großen Freiheitsbewegung, die auf ganz verschiede Weisen auf das Leben von Menschen und in die Gesellschaft eingewirkt hat.

 

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